Original handgefertigte Schwarzwälder Strohschuhe

In vielen Arbeitsschritten entsteht ein Strohschuh

Strohschuhe sind bequem, warm und weich. Früher wurden sie im Schwarzwald von Jung und Alt getragen.

Heute werden die Strohschuhe gerne als warme Hausschuhe getragen oder vervollständigen als Hexenschuhe die Fastnachtskluft bzw. das Häs. 

Strohschuhe z. B. einer Hexenzunft mit grünem Einband und roten Bommeln     Strohschuhe mit rotem Einbendling und Muster    

Strohschuhe 3 Paar in verschiedenen Variationen


 


   

Doch wie entsteht ein Strohschuh? Vom Strohhalm bis zum fertigen Schuh sind einige Arbeitsschritte notwendig. Um einen Strohschuh fertigen zu können wird ein geflochtener Strohzopf, ein hölzerner Schuhleisten, Stoff, festes Garn und Leder bzw. Gummischlauch benötigt. 

 

Ein Kornfeld im Süd-Schwarzwald

 Zuerst muss der Strohzopf geflochten werden. Dazu weicht man die naturbelassenen    Roggenstrohhalme in warmem Wasser ein um diese im Anschluss zu einem glatten Strohzopf flechten zu können. Das zu verarbeitende Roggenstroh wird vor seiner Verarbeitung per Sichel geschnitten und zur Lagerung zu einem festen Bündel, auch Garbe genannt, gebunden. Das Ernteverfahren des Roggenstrohs ist somit auch eine Arbeit die aus vielen arbeitsreichen Handgriffen besteht.

 Je nach Schuhgröße wird pro Strohschuhpaar zwischen fünf bis 15 Meter geflochtener Strohzopf benötigt. Nachdem der Strohzopf geflochten wurde und trocknen konnte, wird dieser auf den Holzleisten aufgenäht. Der Holzleisten entspricht der herzustellenden Schuhgröße und wird mit wärmendem Stoff umhüllt. Dabei ist es wichtig, dass der Stoff ohne Falten aufgenäht wird, um spätere Druckstellen zu vermeiden und so dem Schuhträger besten Komfort zu bieten.

 

Der aufgenähte Stoff soll dem Strohschuh als Ausfütterung dienen, um so den Schuh warm, bequem und auch stabil zu machen. Umso besser der Holzleisten „gekleidet“ ist, umso stabiler lasst sich der Strohzopf aufnähen, da der gekleidete Holzleisten eine gute Griffigkeit zum aufnähen bietet. Nachdem der ummantelte Holzleisten mit dem Strohzopf umnäht wurde, wird die Schuhsohle angebracht. Bevorzugt wird hierfür eine Schlauchsohle verwendet. Auch eine Ledersohle ist möglich oder eine rutschfeste und wasserdichte Gummisohle. Je nachdem ob der Strohschuh als Hausschuh Verwendung findet oder in der Straßenfastnacht als Hexenschuh getragen wird, dementsprechend wird die Sohle gewählt. Nachdem auch die Sohle aufgenäht ist, wird der Holzleisten aus dem Schuhschlupf herausgezogen. Danach wird der fast fertige Strohschuh mit einem bunten oder auch unifarbenen Einband am Schuhschlupf versehen.
 
Nach nun einigen Arbeitsschritten und Handgriffen ist dann das handgefertigte Unikat fertig.